Presse

PNP-Artikel vom: 11.10.2012

Müllpark oder Mühlenpark?

Anwohner klagen über Gerümpel auf dem Areal - Investor spricht von Baumaterial und Maschinen

Die Meinungen gehen auseinander: Anwohner klagen über die Zustände auf dem Mühlengelände - für Investor Eckart Lampe ist dies eine normale Baustelle. -Fotos: Reiter
 

Von Gerhard Huber

Anzenkirchen. Mit ehrgeizigen Plänen ist der Brombacher Unternehmer Eckart Lampe im Mai 2010 an die Öffentlichkeit getreten. Auf dem Gelände rund um die seit vielen Jahren stillgelegte Mehlmühle sollte ein "Mühlenpark" mit Wohn- und Gewerbenutzung entstehen. Während die Arbeiten nur schleppend vorangingen und weit hinter dem von Lampe anvisierten Zeitplan blieben, verkam das Areal nach Ansicht der Anwohner zu einem Anstellplatz für allerhand Gerümpel. "Das ist kein Mühlenpark, sondern ein Müllpark", macht eine Nachbarin ihrem Ärger Luft.

Aus dem Kreis der Anwohner hagelt es Klagen über den "erschreckenden" Anblick: "Das Grundstück wird als Schrottplatz und private Mülldeponie genutzt. Ständig wird neuer Unrat angeliefert. Es ist unmöglich, mit diesem Verhau zu leben." Zudem sei die dort verlaufende Mühlenstraße, eine Gemeindestraße, kaum noch passierbar.

Landratsamt ist eingeschaltet

Das zumindest sieht man im Rathaus nicht als großes Problem, weil die Straße momentan wegen der sanierungsbedürftigen Mühlenbrücke ohnehin gesperrt ist. "Es gibt keinen Durchgangsverkehr", erklärt Bürgermeister Walter Czech. Generell aber wertet er die gesamte Situation als unbefriedigend, auch für die Marktgemeinde. "Immer mehr häuft sich dort an. Es ist auch in unserem Interesse, dass die Geschichte bereinigt wird".

Diese Meinung teilt auch das Landratsamt, wo sich das Referat Umwelt aufgrund der Beschwerden von Nachbarn mit der Angelegenheit befasst, wie Pressesprecherin Gertraud Huber auf Nachfrage der PNP bestätigt. Nach ihren Worten hat es einen Vororttermin mit Vertretern des Landratsamts und der Wasserwirtschaft sowie dem Eigentümer gegeben. Dabei sie kontrolliert worden, was dort alles abgelagert ist. Es habe sich in erster Linie um Holz und Gegenstände gehandelt, die verkauft werden sollen. "Als endgültige Frist, alles zu entfernen, wurde der 24. Oktober gesetzt", sagt Huber. Telefonisch sei der Besitzer aber gebeten worden, die Sache zu beschleunigen. "Es ist ein sehr kooperatives Miteinander, alle Fristen wurden bisher eingehalten", so Huber.

Bei Eckart Lampe stößt das Ganze auf Unverständnis. Das fängt damit an, dass sich das Referat Umwelt am Landratsamt eingeschaltet hat: "Die völlig falsche Stelle. Ich habe ja nicht Müll gelagert sonder Wertstoffe." Dabei handelt es sich vor allem um Baumaterial: Holz, das entweder aus der im Umbau befindlichen Sägemühle stammt und zur Weiterverwendung sortiert werden muss oder um zugekaufte alte Balken und Fenster, die eingebaut werden, um das Gebäude in seinem historischen Stil zu erhalten. "Darauf lege ich größten Wert." Es sei doch selbstverständlich, dass man bei einem Sanierungsprojekt in einem so großen Rahmen ein entsprechendes Arbeitsfeld vor der Tür benötige. "Der Hof dient halt als Baustelle, wie sollte es anders sein", so Lampe.

Darüber hinaus seien auf dem Areal Maschinen zwischengelagert, die von der geschlossenen Mühlebäckerei (früher Herrndobler) stammen. Darunter seien bis zu sechs Tonnen schwere Backöfen oder eine Semmelstraße, die vor knapp zehn Jahren für 60 000 Euro angeschafft wurde, so Lampe: "Das ist kein Schrott, sondern hat erheblichen Wert. Die Maschinen sollen gesäubert, hergerichtet und dann wieder verkauft werden."

Stinksauer ist Lampe nach eigenen Worten über die Stimmungsmache gegen ihn: "Ständig wird irgendetwas Negatives in die Luft gesetzt, das ist alles unterste Schublade". Die Lust an dem Mühlenpark-Projekt hat er dennoch nicht verloren. Zwar hätten sich die Pläne, vor allem durch das Aus der Mühlenbäckerei geändert, aber die Arbeiten schreiten voran. So sei das führere Gasthaus "Zur Hölle" inzwischen innen komplett renoviert. Es werde künftig wieder gastronomisch genutzt. Dort sollen die Besucher bewirtet werden, die das Mühlenmuseum besichtigen. Zu einem solchen wird nämlich die rund 200 Jahre alte, mit Wasser betriebene Sägemühle umfunktioniert. "Innen ist alles so gut wie fertig. Neuer Dachstuhl mit Schindeln, Wände, Fenster - und auch die gesamte Technik funktioniert bereits wieder so wie früher". Im Innenhof will Lampe dann im Sommer sogar einen Biergarten einrichten.

Eckart Lampe plant Tag der offenen Tür

Um über das Projekt zu informieren, will Lampe nach dem baldigen Abschluss der Renovierung in der Sägemühle einen Tag der offenen Tür abhalten. "Da werden auch alle Anwohner eingeladen, damit sie sich ein Bild machen können". Fragebögen will er verteilen, auf denen die Gäste Kritik oder Lob vermerken können. "Sollte sich dabei herausstellen, dass die Anzenkirchener mich und den Mühlenpark nicht wollen, dann höre ich mit dem Zirkus auf".

Das alte Sägewerk (links) wird momentan gerade saniert.
 
Davon aber geht Lampe nicht aus und so plant er bereits den nächsten Schritt: Das frühere Mehlmühlengebäude soll zu Wohnungen umgebaut werden. "Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob im bayerischen oder modernen Stil. Also werde ich wahrscheinlich einen Architektenwettbewerb ausrufen.

Pressemitteilung von Eckart Lampe dazu vom: 11.10.2012

PNP  Pfarrkirchen, Redaktion-

Sehr geehrter Herr Wanninger,
sehr geehrter Herr Huber,

Genau das wollte ich nicht, bei dem Projekt mich über Nachbarn ,Behörden oder Medien ärgern.
Diese Maßnahme Mühle, ich unterlasse die Benennung Mühlenpark künftig, war für mich von großem Interesse und habe auch keine Fremdfinanzierung vorgesehen, sondern wollte verschiedene Techniken aus meinem Berufsleben hier anwenden.

Hier ging es darum die erhaltenswerte Mühle, die nach langer Expertise, erhaltenswert ist und war wieder herzustellen.
 
Die weiter Maßnahme, mit der Bäckerei in die Nebengebäude der früheren Gaststätte Hölle einzuziehen, die im Inneren einen neuen Betonboden bekam, die Innendecken wurden incl. der Wände  ersetzt und neu erstellt. Die Gaststätte sollte noch einen Bereich Verkaufsstelle für Backwaren erhalten. Dafür war  ein Bauantrag gestellt, der auch vom Landratsamt genehmigt ist.

Wie bereits erwähnt, haben wir die Abwicklung des Projektes Mühle  umstellen müssen, weil wir die Bäckerei aus Kostengründen einstellen mußten.
Die Bäckerei, auch so lange wie die Mühlenbäcker GmbH unter meinem Besitz ist und von der Fam. Herrndobler die ersten
5 Jahre verlustreich betrieben wurde und dann im letzten Jahr durch eine angestellte Leitung weiter betrieben wurde, sind wir mit über 250.000 € in Vorleistung gegangen. Der Gegenwert sind also die Verluste und die alten Maschinen und Einrichtungen, wo wir versuchen, mindestens einen kleinen Bruchteil wieder zu aktivieren.

Zu dem Konzept gehörten auch ein paar Fertighäuser auf den Lagerplatz zu platzieren, wobei ein Nachbar, als er durch die Presse davon hörte, gleich eine Unterschrifts-Bürgerinitiative startete um dagegen anzugehen.

So blieb, nachdem jetzt die Sägemühle läuft und fast seinen Sollzustand erreicht hat, als nächstes der Umbau der Kornmühle in ein Wohnhaus.
Zeichnungen erkennen Sie unter www.muehlenbaecker-gmbh.de    Hier ist die Technik für mich interessant, wobei die Wasserkraft direkt eine Wärmepumpe antreibt und so hätte man mehr als 90 % der Heizenergie aus Wasserkraft gewonnen.
Der Rest wäre durch eine Hackschnitzelheizung vorgesehen gewesen.

Derzeit produzieren wir bereits jetzt mit dem Wasserrad unseren eigenen Energiebedarf für den Bau und Maschinen
mit der Wasserkraft. Die Überproduktion geht ins OBAG - Netz um die Energie später wieder abzuberufen.

Mit mehr als 3 Mitarbeitern und Fremdfirmen haben wir in den letzen 12 Monaten erst die Bäckerei evakuiert und dann die o.a. Arbeiten abgewickelt.  Aber, alles nur, weil ich Interesse daran hatte dieses Projekt mit der Mühle und Wohnhaus durchzuziehen, neue Techniken neben den langweiligen Photovoltaik hier einzusetzen, die so einmalig sind und Zeichen setzen.
Was den Lagerplatz angeht, so ist er ein Lagerplatz der Sägemühle seit hunderten von Jahren und wenn wir derartige Baumaßnahmen durchführen,  ist der unabdingbar.

Nun habe ich mich über die negativ denkenden Nachbarn und über Ihre negativen Schlagzeilen der Berichterstattung geärgert.

Genau das ist der Grund nicht nur darüber nachzudenken, sondern mich aus dem Projekt sofort zurück zu ziehen.
Ich bin zwischenzeitlich 70 Jahre alt und beschäftge mich nur damit, was für mich von Interesse ist und wo ich Freude dran habe.

Ich werde das Gelände bei Gelegenheit einer anderen Nutzung zuführen und auf dem Markt anbieten oder es bleibt eben alles in den nächsten 50 Jahren wie es ist.
Es tut mir leid keinen besseren Bescheid geben zu können aber der Krug geht so oft zum Brunnen bis er bricht.

Freundlichst  Eckart Lampe